Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren              

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Jeder Ibbenbürener kennt ihn und ist sicher schon mindestens einmal um ihn herumspaziert – gemeint ist der Ibbenbürener Aasee. Was vielleicht nicht jeder weiß, der See ist kein natürliches Gewässer, sondern entstand in den 70er Jahren, als Erdreich zum Bau der heutigen Autobahn A30 benötigt wurde. Positiver Nebeneffekt ist nun das allseits beliebte Naherholungsgebiet.

Dass sich der Aasee für die Schülerinnen und Schüler des Keplers nicht nur als Trainingsgelände für den Sportunterricht eignet (von der Sporthalle um den Aasee und zurück sind es genau 3,7 Kilometer), sondern einen idealen außerschulischen Lernort darstellt, wird seit dem Jahr 2008 von den Differenzierungskursen der Jahrgangsstufe 9 genutzt. Damals von Frau Gervens und Frau Bösing ins Leben gerufen und von Herrn Hagemeier und Herrn van Alen fortgesetzt, wird nunmehr jedes Jahr im Frühsommer eine biochemische Untersuchung des besagten Ökosystems durchgeführt. Doch was bedeutet das genau?

 

 

Zunächst bereiten sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht auf die Untersuchung vor. Hierfür wird zum einen der theoretische Hintergrund des Ökosystems See behandelt, sowie zahlreiche praktische Untersuchungsmethoden einstudiert. Ziel der Untersuchung ist es hierbei festzustellen, ob sich der Zustand des Aasees im Laufe der Zeit verändert. So wird z. B. beobachtet, in wie weit die Konzentration bestimmter Salze im See oder die Bestände verschiedener Insektenlarven, Fischen, Muscheln oder Krebsen variiert. Zu hohe Salzkonzentrationen, wie sie z. B. durch übermäßige oder falsche Düngung benachbarter landwirtschaftlicher Flächen entstehen können, führen dabei zu einer beschleunigten Eutrophierung (Verlandung) des Sees. Das bedeutet vereinfacht, dass sich am Grund des Sees viel, für die Tierwelt teils giftiger, Schlamm bildet, der aus dem See über lange Zeit ein Moor werden lässt. Große Mengen an z. B. Schlammröhrenwürmern oder Zuckmückenlarven sind bekannte Zeigerorganismen. 2005 wurde der Aasee bereits aufgrund einer fortscheidenden Verlandung entschlammt. Seitdem zeigt der See eine erfreulich hohe Artenvielfalt, wobei eine erneute Eutrophierung dennoch beobachtbar und nicht gänzlich vermeidbar ist. Seit einigen Jahren wurden die Untersuchungen auch auf die Ibbenbürener Aa als Zu- bzw. Ablauf des Aasees erweitert.

Alle gesammelten Informationen werden von den Schülerinnen und Schülern bewertet und in Form einer Mappe wissenschaftlich zusammengetragen. Ferner referieren die Schülerinnen und Schüler über die zentralen Aspekte im Umweltrat der Stadt Ibbenbüren.  Artikel: Vortrag vor dem Umweltrat 2018

 

Das „Aasee-Projekt“ wäre in seiner heutigen Form nicht ohne die tatkräftige Mithilfe einiger Personen möglich gewesen. So ermöglichen uns Frau und Herr Artmeier und die Ibbenbürener DLRG das Befahren des Sees mit einem Motorboot. Die nötigen Genehmigungen und zusätzliches Knowhow liefern Herr Schulte (Umweltbeauftragter der Stadt Ibbenbüren) und Herr Dr. Kaschek (Limnologe der Wilhelmsuniversität Münster).

Dass die Arbeit der Schülerinnen und Schüler erfolgreich ist, zeigt zuletzt nicht nur das erkennbar hohe Engagement, sondern auch die zahlreichen errungenen Preise wie der RWE Klimaschutzpreis der Stadt Ibbenbüren.

 

 

Verantwortlich für die Inhalte dieser Seite: Helge van Alen

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