Johannes-Kepler-Gymnasium Ibbenbüren              

Brief Wilhelmstraße 210, 49477 Ibbenbüren    Hoerer 05451 / 9280    Klammeraffe mail@kepler-gymnasium.de

Mit bunten Farben gegen Komasaufen

Es war eigentlich „nur“ ein Projekt im Kunstunterricht. Aber jetzt hat das Bild, das Jessica Hölscher im vergangenen Schuljahr am Johannes-Kepler-Gymnasium gefertigt hat, plötzlich eine ganz andere Aussage: In einer Wanderausstellung warnt das Werk der 16-Jährigen vor Alkoholmissbrauch. 

JessicaHoelscher

Jessica Hölscher ist Landessiegerin für Nordrhein-Westfalen im Wettbewerb der DAK Gesundheit „bunt statt blau“. Mehr als 8000 Schüler aus ganz Deutschland hatten sich beteiligt.

„Das war wirklich eher Zufall“, sagt die Schülerin des elften Jahrgangs. „Gefühle“ hatte das Oberthema für die 20 Schüler im Kursus von Kunstlehrerin Silvia Maria Tan gelautet. Nach einer Menge Theorie und weiteren Projekten sollten die Schüler ihr Gesicht mit Fingerfarbe bemalen und damit ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. Jessica hatte was Fröhliches im Sinn und wählte entsprechende Farben. „Es gab vorher viele Skizzen“, erinnert sie sich. Und natürlich sah das fertige Werk auf dem Gesicht ein wenig anders aus als erwartet. Dann begann auch noch die Haut unter der Farbe beim Warten ziemlich zu jucken und das bunte Gemisch bei der geringsten Gesichtsbewegung zu bröckeln. „Wir mussten alle ganz ausdruckslos dasitzen, während wir darauf warteten, fotografiert zu werden“, sagt Jessica.

Das ist aber nicht der Grund, warum die Ibbenbürenerin auf dem späteren Foto, das die Lehrerin von ihr machte, fast ein wenig ernst dreinschaut. Und so ganz hat es mit der steinernen Mimik dann auch nicht gepasst: Unter Jessicas Auge ist auf dem Bild deutlich ein Riss in der Farbe zu erkennen, der dem Bild aber nur noch mehr Ausdruckskraft verleiht. Vielleicht war es genau diese Diskrepanz zwischen Gesichtsausdruck und den bunten Farben, die später die Jury begeisterte. So genau weiß Jessica das nicht.

Fest steht aber, dass Lehrerin Tan bald nachdem die Fotos entstanden waren, den Schülern vorschlug, diese beim DAK-Wettbewerb einzureichen. Der Kursus war einverstanden. Allerdings brauchten die Plakate jeweils noch eine passende Aussage. „Dafür hatten wir eine Stunde Zeit“, erinnert sich Jessica. „Blau ist nur eine von vielen Farben! Sag nein zum Komasaufen“, schrieb sie auf ihr Plakat. Kurze Zeit später erfuhr der Kursus, dass Jessicas Bild unter den Gewinnern war und spekulierte schon fleißig, was mit den möglichen 300 Euro Preisgeld angestellt werden könnte.

„Eher Mathe und Sport“

Und tatsächlich: Bei der Preisverleihung in Düsseldorf sahnte Jessica den ersten Platz ab und durfte damit auch den Scheck in die Hand nehmen. „Davon sind wir vor den Sommerferien in die Trampolinhalle nach Münster gefahren.“ Ein Gewinn für alle.

Dabei, sagt Jessica, sei Kunst eigentlich gar nicht so ihr Fach. „Eher Mathe und Sport“, berichtet die begeisterte Schwimmerin beim TV Ibbenbüren. Aber ihrer Lehrerin sei es gelungen, die Begeisterung für die eigene Kreativität zu wecken. Mit Erfolg, wie man nun sieht.

Der Wettbewerb wendet sich gegen das Komasaufen. Das, findet Jessica, sei in ihrer Altersgruppe aber kein flächendeckendes Problem. Natürlich gebe es aber immer Jugendliche, die über die Stränge schlagen würden. Ob die Plakataktion da vorbeugen kann? Jessica ist sich nicht so sicher. Kaum jemand ihres Alters kenne den Wettbewerb. Und es sei ja nicht klar, wer sich die Ausstellung anschaue, die zurzeit im Foyer des Rathauses Ibbenbüren und später noch an anderen Orten zu sehen sein wird.

Dass ihr Werk und damit auch ihr Gesicht nun Teil einer Kampagne gegen das Komasaufen ist, darüber ist Jessica immer noch etwas verwundert. „Für mich ist das immer noch das Bild aus dem Kunstunterricht“, sagt sie lächelnd. Dass das aber auf mehreren Ebenen gut gelungen ist, zeigt auch die Benotung: 14 Punkte und damit eine glatte Eins gab‘s für das Werk.

 

Der Wettbewerb

30 Motive der Landesgewinner und Sonderpreisträger hat die DAK aus ihrem Wettbewerb „bunt statt blau“ auf die Reise geschickt. Sie sind in einer Wanderausstellung zu sehen und sollen auf die Gefahren beim Rauschtrinken aufmerksam machen. Die Präventionskampagne ist mehrfach ausgezeichnet und legt Wert darauf, Auswege und Alternativen zum Rauschtrinken aufzuzeigen. 

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung, 29. August 2018

Zum Seitenanfang
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden.
Datenschutzerklärung Ich bin einverstanden